Denkmalweiter, Informationsblatt der Schutzgemeinschaft Alt Bamberg e. V.,
Heft 5, Ausgabe 2/2014, S. 7.

Ein Gartendenkmal wird "umgegraben“

Baggerarbeiten an der Villa Schröppel

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„S“ wie Schröppel, Inhaber der Zuckerwarenfabrik
in der Unt. Sandstraße. Zierrat an der inzwischen
abgebauten Metall-Laube.
„Villa Schröppel: ehemals ein Kleinod am Michaelsberg 8e – Garten kaputt saniert“ - titelte die Bamberger Onlinezeitung am 1. Sept. 2014. Mit einer erschreckenden Bilderstrecke dokumentierten die Verfasser die Umgangsweise der Bürgerspitalstiftung (also der Stadt Bamberg) mit dem Gartendenkmal an der Villa aus dem Jahr 1902.

Die Schutzgemeinschaft hat daraufhin beim Baureferat Bamberg u. a. angefragt, ob Stellungnahmen der Unteren Denkmalschutzbehörde sowie des Bayer. Landesamts für Denkmalpflege für die Arbeiten am Garten vorlagen, und ob sich die Behörden für diese „zerstörende“ Sanierung ausgesprochen hätten. Ein weiteres Schreiben ging an den Bayer. Generalkonservator Mathias Pfeil mit der Bitte, sich der Sache anzunehmen (Kopien an den Vorsitzenden des Landesdenkmalrats, Dr. Thomas Goppel und an seine Stellvertreterin, Frau Dr. Karin Dengler-Schreiber). Vom Stadtarchäologen Stefan Pfaffenberger wollten wir wissen, ob die gesetzlich vorgeschriebene Genehmigung für das „Umgraben“ des Gartendenkmals eingeholt bzw. erteilt wurde (der Garten liegt an geschichtlich bedeutsamer Stelle und ist Teil des Bodendenkmals).

Bis auf Dr. Karin Dengler-Schreiber, die uns mündlich ihr Entsetzen über diese Vorgehensweise mitgeteilt hat, blieben bisher alle Angeschriebenen eine Antwort schuldig.

„Mit dem Garten, der bauzeitlichen inneren Ausstattung und der äußerlichen Unversehrtheit stellt die Villa Schröppel ein in außergewöhnlich authentischem Zustand erhaltenes Gesamtensemble dar.“
Volker Rößner, in: Die Kunstdenkmäler von Oberfranken, Stadt Bamberg Immunitäten der Bergstadt, Michaelsberg und Abtsberg, S. 804. Herausgeber: Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege.

Abb. 1 und 2 (2008):
Abb. 1: Blick von der ehem. Klosterpforte auf die oberen Terrassen, mit historischem Laubengang und Obstbäumen.
Abb. 2: Grotte (wohl von 1902).

Abb. 3, 4 und 5 (© Erich Weiß, 2014):
Der letzte Baum wird gefällt! Statt 4 gibt es nur noch 3 Terrassen, die historischen Stufen sind durch neue, aufwendig profilierte ersetzt, mächtige Treppenwangen, wo vorher keine waren, die Grotte ist seitlich angegraben und hat bereits einigen Zierrat verloren - die restliche historische Substanz völlig zerstört, alles neu und „schön“...

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Abbildung 1


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Abbildung 2


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Abbildung 3


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Abbildung 4


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Abbildung 5


Abdruck mit freundlicher Genehmigung der Schutzgemeinschaft Alt Bamberg e. V.