Spätbarocker Glanz an der fürstbischöflichen Residenz zu Bamberg

Joseph Umstatt – 300 Jahre
Hofkapellmeister und Komponist


Veranstaltungs-Zyklus der Musica Canterey Bamberg e.V.


Bild "Fürstbistum:Plakat-Umstatt-500.jpg"Freitag, 13. Mai 2011, 20.00 Uhr
Spiegelsaal der Harmonie, Schillerplatz
Zur Recreation des Gemüths
Konzert für Kammer und Tafel von Joseph Umstatt
und anderen Fürstbischöflich-Bamberger Hofmusikern des Barock
Instrumentalensemble der Musica Canterey Bamberg
Leitung: Gerhard Weinzierl

Sonntag, 29. Mai 2011, 11.00 Uhr
Staatsbibliothek Bamberg, Neue Reidenz
Musik für Thron und Altar
Stationen des Wiener Komponisten Joseph Umstatt
Vortrag von Ladislav Kacic (Bratislava)
umrahmt mit Clavierwerken von Joseph Umstatt
Natalia Solotych, Cembalo
in Zusammenarbeit mit der Staatsbibliothek Bamberg

Sonntag, 5. Juni 2011, 17.00 Uhr
Kaiserdom zu Bamberg
Soli Deo Gloria
Meisterwerke der Kirchenmusik von Joseph Umstatt
Vokalsolisten Musica lingua, Orchester L’arpa festante
Chor der Musica Canterey Bamberg
Leitung: Norbert Köhler
in Zusammenarbeit mit der Bamberger Dommusik]



Musikalische Schätze Oberfrankens wiederentdeckt!

Joseph Umstatt
Wien 1711-1762 Bamberg
Fürstbischöflich-Bamberger Hofkapellmeister und Komponist

Glücksfall für Bamberg und die oberfränkische Region

Als Sohn eines Hofmalers in Wien geboren, wuchs Joseph Umstatt im Einflussbereich des Kaiserhofes auf. Johann Joseph Fux und Antonio Caldara waren die Leitsterne seiner musikalischen Entwicklung. Nach Studien am Jesuiten-Kolleg in Tyrnau (heute Trnava / Slowakei) war er als Komponist, Interpret und Pädagoge im mährisch-ungarischen Raum tätig.
1749 holte ihn der sächsische Premierminister Graf Heinrich von Brühl an den kurfürstlichen Hof von Dresden. Hier bekleidete er neben Johann Adolf Hasse eine herausragende Stellung. Die Schwerpunkte seines Schaffens lagen in diesen Jahren im konzertant-instrumentalen Bereich. Sich als Schöpfer großer geistlicher Werke zu bewähren, spielte für Umstatt eine entscheidende Rolle bei seinem Wechsel nach Bamberg im Jahr 1752. Von Fürstbischof Johann Philipp Anton von Franckenstein wurde er mit glänzenden Bedingungen als Kapellmeister und Komponist an die Spitze der Hofkapelle gestellt. Joseph Umstatts Wirken wurde zum Glücksfall für Bamberg und die oberfränkische Region.

Inventario (im Besitz des Staatsarchivs Bamberg)

Aus dem Inventario (Werkverzeichnis), das Umstatts Nachfolger Aloisio Fracassini posthum anfertigte und sich heute im Besitz des Staatsarchivs Bamberg befindet, geht hervor, dass er allein für den Bamberger Hof von 1752-1762 folgende Werke komponiert hat:
Das Oratorium „Abels Tod“, 14 Ordinarien (große, feierliche Messen), drei Requien, sieben Vespern, 25 Offertorien und Hymnen, ein Te Deum, 14 Kantaten; 35 Sinfonien, 25 Kammermusikwerke in unterschiedlichen Besetzungen

Einer der bedeutendsten Komponisten in der 1. Hälfte des 18. Jahrhunderts

Der Bamberger Musikforscher Dr. Hanns Dennerlein vertrat bereits 1951 nach Kenntnisnahme
der Ebracher Musikalienbestände die Meinung: „Joseph Umstatt ist kein Kleinmeister“. Die amerikanische Musikwissenschaftlerin Carla Pollack kam in ihrer Dissertation „Viennese Solo Keyboard Music 1740-1770“ zu dem Ergebnis, dass Joseph Umstatt in seinem Clavierschaffen einen entscheidenden Beitrag zur Entwicklung der klassischen Sonate geleistet hat.
Der slowakische Musikwissenschaftler Ladislav Kacic bezeichnet Umstatt auf Grund seiner Forschungsergebnisse als einen der bedeutendsten Komponisten der 1. Hälfte des 18. Jahrhunderts.