Impressionen von der Studienfahrt
zu Burgen und Schlössern im Steigerwald am 28.04.2012


Schlösser der Reichsritterschaft im Steigerwald


Die Reichsritterschaft war im Heiligen Römischen Reich die Gemeinschaft des freien Adels, der auf seinen Besitzungen in Schwaben, Franken und im Rheinland die reichsunmittelbare Unterordnung unter Kaiser und Reich bewahren oder neu erlangen konnte, ohne jedoch auf den Reichstagen Sitz und Stimme zu haben. Die Reichsritterschaft gehörte damit zum niederen Adel ohne Reichsstandschaft. Am Ende des Alten Reiches umfasste die Reichsritterschaft etwa 350 Familien mit ungefähr 450 000 Untertanen.
In Bamberg war am Schillerplatz 11, heute Restaurant Salino, Kanzlei und Archiv der Reichsritterschaft vom „Gebürg“, in Erlangen Kanzlei und Archiv der reichsritterschaft vom Steigerwald.

Frensdorf

Das Wasserschloss in Frensdorf war die erste Station: Die heutigen ruinösen Reste waren von den Marschalk`schen Brüder als Dritten Erbauer des Schlosses errichtet worden. Die Grundzüge dieser Anlage gehen sicher auf die erste Burg zurück, vielleicht sogar schon auf eine kleine Grenzbefestigung, die sich wegen der Lage des Ortes an der Grenze des Ratenzgaues gegen das Volkfeldt und an der alten Nord Süd Straße schon vor der Bistumsgründung ergeben hatte.
Die weitläufige Anlage, die Veit Ulrich von Ebneth aufführen ließ war nicht mehr eine Burg die Verteidigungszwecken dienen sollte. Es war vielmehr ein ausgedehntes, modernes, Wohnschloss mit weitläufigen Wirtschaftsgebäuden. Trotz einschneidender Veränderungen seit dem 19. Jahrhundert sind wir noch in der glücklichen Lage alle Funktionsteile des Schlosses an ihrem Aussehen erkennen und beschreiben zu können. Aus dem Urbar von 1709 sind mehrere Ansichten des Schlosses samt Grundrisszeichnung erhalten. Das große Hauptgebäude hatte zwei Nebenflügeln die auf den Außenmauern des Schlosses längst des inneren Wassergrabens errichtet worden waren das Hauptgebäude hatte an der Vorderseite einen großen, mehrgeschossigen Erker, der durch halbrunde Säulen gegliedert und mit einer kuppelartigen Begründung abgeschlossen war. Dieses Gebäude war offensichtlich aus Stein, die übrigen in Fachwerkbauweise errichtet. Es trug ein hohes Satteldach das auf beiden Seiten durch hohe Treppengiebel begrenzt war. Nachdem 1728 der letzte Marschalk kinderlos verstorben war geriet das Schlossgut in verschiedenste Hände. Die fürstbischöfliche Verwaltung wehrte sich gegen eine Aufteilung des Rittergutes. Erst nach der Säkularisation wurde das Rittergut zerschlagen. Damit begann auch der Untergang des Schlosses.

Sambach

Erstmals ist Sambach um das Jahr 1000 in den Fuldaer Traditionen erwähnt, als Graf Heinrich von Schweinfurt den Ort mit einem slawischen Einwohner an Fulda schenkt. Der Ort war Sitz der Edelfreien von Heroldbach-Sembach, die vor 1237 ausgestorben sind. Der Stammsitz der Herren von Herr Heroldsbach war vermutlich Schloss Thurn. 1237 wird ein Ministeriale Otto von Sambach erwähnt.
Ritter Albrecht Kratz, dessen Burg auf dem Kratz Berg bei Schweinbach stand und die im Schwedenkrieg spurlos verschwand, war auch Herr von Sambach, das nach ihm auch den Namen Craz Sambach erhielt im Unterschied zu Mönch- und Ziegel- Sambach. Die Ministerialen von Cratz haben nach der Zerstörung ihrer Burg nach Sambach verlegten. Die Herren von Craz haben sicherlich auch die Gründung der Pfarrei in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts veranlasst.
1631 wurde in Sambach die Gegenreformation durchgeführt. Bereits im folgenden Jahr bran-nten die Schwedin den Ort nieder. Fürstbischof Franz von Hatzfeld übergab das Gut dann 1638 an das Jesuitenkolleg in Bamberg, das auch die Pfarrei übernahm. Bis zur Auflösung des Jesuitenordens blieb Sambach den Jesuiten in Bamberg unterstellt. Nach dem Weggang der Jesuiten wurde das Schloss Pfarrhaus.
Das Jesuitenschloss, ein stattlicher Bau der die Pfarrei betreuenden Geistlichen aus dem Orden der Jesuiten von Johann Dientzenhofer anstelle einer Wasserburg erbaut. Von Letzterer zeugt noch die Wehrmauer mit vier runden Ecktürmen. Diese stand bis 1632 als ein soge-nanntes „Weiherhaus".
Die Gesamtanlage des Sambacher Schlosses war von einem flachen, bis 25 Meter breiten Graben umgeben. Im Jahre 1821 war er noch zu einem Drittel mit Wasser gefüllt und mit Fischen besetzt gewesen. Heute führt an Stelle der ehemaligen Zugbrücke eine „steinerne" Bogenbrücke hinüber.
Die aus Mauern und Ecktürmen bestehende Wehranlage ist auffallend und erinnert uns an die festen Patriziersitze des Nürnberger Landes. Sambach war seit der Hälfte des 15. Jahrhunderts im Besitze Nürnberger Patrizierfamilien. Auf das 15. Jahrhundert geht auch die Wehranlage zurück.
Das Schloßgebäude ist ein verhältnismäßig breit hin gelagerter Baukörper von nur geringer Tiefe, sechs Fensterachsen der Breitseite entsprechen nur zwei Fensterachsen der Schmalseite. Den oberen Abschluss des dreigeschossigen Gebäudes bildet ein hohes Walmdach. Querlaufende Gesimse, die die einzelnen Stockwerke voneinander trennen, und die durch Ortsteine stark betonten Ecken kennzeichnen den Barockbau.
Als Lehensnachfolger verkaufte im Jahre 1975 die Lyzeumsstiftung in Bamberg das Schloßanwesen, das bis dahin weiter als Pfarrhaus diente an den Bamberger Kunsthändler Senger, der mit viel Aufwand das Schloss sanierte und neu ausstattete. Wir danken Ihm und seiner Familie für die freundliche Aufnahme und Führung.

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Pom­mers­felden

Die Familie Truchseß von Pommersfelden ist ein altes fränkisches Adelsgeschlecht. Die Truchseß, 1297 erstmals in Pommersfelden bezeugt sind 1349 Stifter der dortigen Pfarrei und waren ein begütertes, angesehenes Geschlecht. Es beginnt mit Conrad der Alte Truchseß von Pommersfelden, der auch als Ahnherr aller Linien geführt. Der Name Truchseß von Pommersfelden leitet sich von dem Hofamt Truchseß und dem Stammsitz Pommersfelden ab.
Aus dem 2. Hauptstamm gehen hervor, um nur die wichtigsten Mitglieder der Familie zu be-nennen, Lorenz Truchseß von Pommersfelden (1473–20. Dezember 1543). Er war der Sohn des Albrecht Truchseß von Pommersfelden und Reichmannsdorf und dessen Gemahlin Eva von Rosenau. Er wurde Domkapitular zu Mainz, Würzburg und Worms, späterhin auch Domdechant des hohen Erzstiftes zu Mainz. Er wurde im Dom zu Würzburg bestattet.
Aus der jüngerer Hauptlinie geht hervor: Veit I. Truchseß von Pommersfelden als Sohn des Georg Truchseß von Pommersfelden und Sambach und dessen Gemahlin Margaretha von Absberg hervor. Er wurde 1501 Fürstbischof von Bamberg (1501–1503)
Im Bauernkrieg wird das Schloss Pommersfelden verwüstet, das unter Philipp Truchseß wiederhergestellt wird. In der folgenden Zeit haben die Truchsess eine äußerst zwielichtigen Stellung gegenüber den Fürstbischöfen von Bamberg und Würzburg.
Fünf Jahre bevor Heinrich Truchsess die neue Lehre annahm, am 11. April 1653, wurden die den Bambergern gegen Markgraf Albrecht Alcibiades zu Hilfe eilenden Würzburger bei Pommersfelden geschlagen. Dies zog eine Konfiszierung der Truchseßgüter nach sich, die wieder-holt wurde, als die Familie als eifrige Protestanten in die Dienste Gustav Adolfs trat. Erst nach dem Westfälischen Frieden kamen sie wieder in ihren Besitz.
Als Grundherrn haben sie das Bild des Dorfes geformt und die wirtschaftlichen und religiösen Verhältnisse maßgebend bestimmt.1349 löste Heinrich von Truchsess Pommersfelden von seiner Mutterpfarrei Seußling, eine der 14 Slawenpfarreien Karls des Großen und stiftete dort eine eigene Pfarrei. In den Jahren 1550 bis 1558 wurde unter Philipp Truchsess dem Jüngeren die Lehre der Reformation eingeführt. Die Einwohner von Pommersfelden waren 1550 sämtlich evangelisch geworden. Im Jahr 1556 hat ein sogenannter Praedicant die evangelische Lehre für immer befestigt und 1553 wurde der erste evangelische Pfarrer, Matthäus Caller, eingesetzt. Ein 1631 durchgeführter Rekatholisierungsversuch blieb erfolglos.
Als 1710 der letzte Truchsess von Pommersfelden, Friedrich Ernst, verstarb, fiel Pommersfelden - und damit auch das Patronatsrecht über die Pfarrei - erblich an Lothar Franz von Schönborn, Kurfürst von Mainz und Fürstbischof von Bamberg, „wobei die Untertanen bei der evangelischen Lehre unverrückt und ohne Änderung und Bedrängnis gnädigst belassen werden" mussten (Patronat 1971 aufgelöst).
In Pommersfelden befanden sich ursprünglich zwei Ansitze: der Truchseßsche, im heutigen Dorfweiher noch zu erkennen, und der Nothaftsche, an der Stelle, wo sich heute das prächtige Schönbornschloß erhebt. Nach 1710 wurde das alte Wasserschloß abgetragen.

An Pommersfelden lassen sich einige Merkmale reichsritterschaftlicher Schlösser und Dörfer zeigen:
  • Pfarrdorf, das oft aus der Schlosskapelle hervorgegangen war. In der Reformationszeit erfolgte oft ein Konfessionswechsel, der zum Teil nur auf das Schloss beschränkt war wie in Buttenheim. Zum Teil aber sind viele reichsritterschaftliche Dörfer in katholischen fränkischen Landstrichen evangelisch.
  • Tradierter Wohnsitz, oft seit dem elftem/zwölftem Jahrhundert mit oftmals wieder verwenden der alten Grundmauern,
  • Familiengruft mit entsprechenden Grabmäler, was hier besonders gut zu zeigen ist, da der evangelische Pfarrer 1750 beim Neubau der Kirche zu seiner Legitimation den Hinweis auf die alte, reformatorische Herrschaft benötigte.
  • Oftmals Judendörfer, aus steuerlichen Gründen. Die Reichsritter waren am Ende des Alten Reiches praktisch die einzigen, die eine direkte Steuer an den Kaiser zahlten.
  • Im 18. Jahrhundert Ansiedlung von Manufakturen, um die wirtschaftliche Lage der Bevöl-kerung zu verbessern, aber auch um der Herrschaft neue Steuerquellen zu erschließen.

Die jetzige Kirche ist die vierte an dieser Stelle. Als Pommersfelden 1349 zur Pfarrei er-hoben wurde, bestand dort bereits eine kleine Kapelle. Im Laufe des 15. Jahrhunderts wurde sie sehr baufällig und an ihrer Stelle eine neue Kirche gebaut, die der Bamberger Fürstbischof Anton von Rotenhan 1442 weihte. Diese zweite Kirche wurde im Dreißigjährigen Krieg durch Brand zerstört und 1687 unter Dietrich Ernst Truchsess wiederhergestellt. Doch dieser Bau geriet bald in einen schlechten Zustand, so dass unter Pfarrer Johann Friedrich Schäffer 1750-1752 eine neue Kirche errichtet wurde. Der Vorgängerbau musste nahezu vollständig abgetragen werden, viele Einrichtungsgegenstände daraus wurden jedoch in den neuen Bau integriert. Im Turm ist wahrscheinlich Mauerwerk des ehemaligen Chorturmes verwendet. Die Finanzierung dieses Bauvorhabens erfolgte durch eine in vielen Gebieten des damaligen Deutschlands durchgeführte Kirchenkollekte, wobei sich vor allem Nürnberg und die Hansestädte durch besonders hohe Spendenleistungen auszeichneten.

Die Pommersfeldener Kirche verfügt über eine kunsthistorisch wertvolle Ausstattung. Der Kanzelaltar wurde 1694 von Dietrich Ernst Truchsess gestiftet, der zur Ausführung bedeu-tende Künstler heranzog. Die Bildhauerarbeit führte Johann Georg Götz aus Bamberg aus (eines seiner Hauptwerke ist der Orgelprospekt in St. Stephan in Bamberg, der zu den wichtigsten barocken Orgelgehäusen in Deutschland zählt). Die farbige Fassung und Ver-goldung stammt von dem Bamberger „berühmbten Kunstmalern" Joseph Scheubel dem Älteren von ihm stammt unter anderem die farbige Fassung der prächtigen Kanzel in Frens-dorf sowie die des Hochaltars der Oberen Pfarrkirche in Bamberg. Die Renaissance-Kanzel (1599) mit polygonalem Grundriss ist mit feinen Intarsien geziert.

In der Kirche befinden sich ferner Epitaphe der Truchseße, unter dem Chor liegt die Gruft der von Truchsess.
  • Zwei Totenschilder mit zum Teil zerstörten Inschriften 1483,1552.
  • Gemaltes Epitaph Philipp Truchsess gestorben 1552 und Amalie Truchsess gestorben 1550, Kruzifix und der Verstorbene vor einer Landschaft mit Goldgrund.
  • Familienepitaph des Christoph Truchsess von Pommersfelden, gestorben 1600 mit seiner Frau Maria, geborene von Würzburg angefertigt vor 1600 von Hans-Werner. Dazu drei seiner weiteren Ehefrauen. Manieristische Arbeit mit Auferstehungsrelief; Allegorie der beiden Testamente, Symbole der Vergänglichkeit
  • Margarete von Wiesentau, Äbtissin von Birkenfeld, 1438 verstorben, als betende Nonne dargestellt
  • Konrad Truchsess (um 1435)
Nordseite:
  • Ritterepitaph mit Pilgerhut und Truchsess Wappen, um 1435, leider verbaut und verstümmelt, Bartholomäus Truchsess
  • Philipp Truchsess der Ältere (1552 verstorben) und seine Ehefrau Amalie (1550 verstorben); Renaissance-Grabmal von Peter Dell aus Bamberg
  • Phillip von Truchsess der Jüngere, verstorbene 1565 und Frau, vom selben Bildhauer.
  • Ein auf Holz gemaltes Epitaph von Philipp Truchsess dem Älteren und seiner Frau Amalie, welche vor dem Kreuz Christi knien, in einer Landschaft mit Goldgrund.

Die Burgen zu Stolzenroth
Etwa 1500 m westlich von Pommersfelden liegt in der Talaue der reichen Ebrach Stolzenroth. Am linken Flussufer liegen dicht beieinander in der Flur „Schlößleinswiesen“ die beiden völlig eingeebneten Burgställe Liebenau und Stolzenroth. Auf hervorragend aufgenommenen Luftbildern lassen sich größere Gliederung der beiden Befestigungen recht gut erkennen. Die Licht die Luftbilder wurden im Februar 1981 aufgenommen. Etwa 300 m weiter westlich liegt noch eine dritte kleinere Anlage.
Die eine Turmhügelburg hat einen quadratischen Grundriss von etwa 20 × 20 m Seitenlänge. Der Hügel trug ursprünglich eine kleine Turmburg. Um die Hügel verlief ein Wassergraben. Archivalische Hinweise zu dieser kleinen Burg bestehen nicht.
Die größere Burg von Stolzenroth bestand aus einem rechteckigen Kernhügel von 40 × 50 m Seitenlänge, der von einem breiten Wassergraben umgeben war. Die Erbauungszeit der ehe-maligen Burg ist unbekannt. Sie könnte jedoch im 13. Jahrhundert errichtet worden sein, dar 1249 erstmals Herrn von Stolzenrote genannt werden. Im Jahr 1274 erscheint Stolzenroth zu-sammen mit Liebenau und Steppach im Besitz der Familie Stolzenrothe bei der sich offenbar um eine Bamberger Ministerialen aus Steppach handelte. Anfang des 14. Jahrhunderts geht das zerfallene Schloss an die Egglofstein, 1338 wird die Burg Stolzenroth als wieder aufge-baut bezeichnet.
Im Jahre 1525 fiel die Burg den Bauernkriegen zum Opfer, in der Mitte des 18. Jahrhunderts verwandt man Steine der Ruine zum Bau der Schlossmauer in Pommersfelden.
80 m weiter liegt der Burgstall Liebenau. Der Grundriß entspricht der vorhergehenden Burg, so dass man davon ausgehen kann das beide Burgen gleichzeitig bestanden haben. Das wird durch die gleichzeitige Nennung von 1274 unterstrichen. Allerdings ist das Erbauungsdatum der beiden Nachbarburgen unbekannt. Die meiste Zeit gehörte die Anlage den Burggrafen von Nürnberg und ihren Ansbacher Erben. Bereits 1535 wird sie als zerstört gemeldet. 1661 ver-wandt man die Steine des Schlosses zum Bau eines Vogthauses, 1705 zum Kirchenbau. Bis 1790 hatte man die letzten Gebäudereste abgetragen. Danach wurden beide Anlagen all-mählich immer mehr verfüllt, in der Mitte des 20. Jahrhunderts waren die Kernhügel der Burgstelle im Gelände gerade noch sichtbar.

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Weingartsgreuth

Das Schloss
Herr Baron von Seckendorf stellte uns das Schloss als Dinosaurier einer überlebten Gesell-schaftsordnung vor, das seinen Besitzern eine große Last ist. Wir danken für die freundliche Aufnahme und Führung.

1368 Erste historisch bekannte Namensnennung von Weingartsgreuth
1563 nach dem Tod von Adam von Laufenamolz fiel das Rittergut Weingartsgreuth nach dem Erlöschen des Adelsgeschlechtes an das Hochstift Bamberg zurück.
1574 Georg Marschalk von Ebneth, Bischöfl.-Bamberger Rats- und Amtmann, erwirbt das Rittergut Weingartsgreuth und erbaut das erste Schloss.
1705 Mit dem Schloss in seiner heutigen barocken Form wurde auf Teilen des Vorgängerbaues begonnen. Der Baumeister ist unbekannt. In Fachkreisen wird das Schloss wegen seiner originellen Form Frankens „Barockkommode“ genannt.
1726 Durch Heirat kommen Schloss und Gut in Besitz der Reichsfreiherrn von Seckendorff-Aberdar und werden noch heute von der Familie bewohnt und bewirtschaftet.
1719 Marschalk von Ebneth führt in Weingartsgreuth die Reformation ein und beginnt mit dem Bau einer evang.-luth. Schlosskapelle.
1744 Durch Christoph Friedrich Freiherr von Seckendorff wird sie nach Fertigstellung feierlich eingeweiht und dient noch heute der hiesigen Kirchengemeinde als Gotteshaus.
Das nun stehende Schloss wurde ab 1709 barockisiert, wovon sich Teile der Altanlage sich noch im Nordflügel erhalten haben. Der Südflügel wurde ab 1719 erbaut.
Das Schloss Weingartsgreuth ist als ehemaliger Besitz des Reichsfreiherrn von Seckendorff, seit 1962 im Eigentum des Erben, des Freiherrn von Seckendorff-von Witzleben.

Die Anlage teilt sich in ein Gebäudeensemble, das sich um das dominante Schloss in Form von Verwaltungs-- und Nebengebäuden und einen Turm gruppieren, und einen großen Garten, der an einem in südlicher Richtung aufsteigenden Hang verläuft.
Der Hauptzugang liegt rechts des dreigeschossigen Eckturmes und wird von zwei großen Linden gerahmt. Zur Linken befindet sich der Pferdestall, zur Rechten das dreigeschossige Schloss in einem größeren Wirtschaftshof. Um diesen liegen zwei kleine Ställe, das Garten-haus und frontal zum Eingangsbereich, das zweigeschossige Amtshaus mit Mansarde. An der Westseite liegt das Schloss, in südöstlicher Richtung befinden sich in zweiter Reihe Reste der Gärtnerei und zwei große Scheunen, westlich des Schlosses liegt die ehemalige Patronats-kirche zwischen beiden Gebäuden befindet sich eine grüne Freifläche mit einigen Eichen-bäumen.
Das Hauptgebäude ist ein dreigeschossiger Baublock. An der Vorderseite wölbt sich konvex ein Mittelrisalit heraus. Am auffälligsten an dem Bau gestaltet sind drei Gebäudeecken, an denen in konvexen Bögen sich heraus springende Ecksporne befinden. An der Rückseite, der Südseite des Gebäudes schließt sich in der Bauflucht der Westseite ein länglicher Baukörper an, der am Ende an einen kleinen quadratischen Bau, den so genannten Küchenbau stößt.

Über dem Bau des Schlosses Weingatsgreuth sind wir gut unterrichtet, da das Schlossarchiv fast den kompletten Umfang erhalten ist. Der Großteil der Akten liegt im Staatsarchiv in Bamberg. Allerdings sind diese nicht immer inventarisiert, das heißt es gibt dazu kein Find-buch. Durch Studierende der Universität Bamberg wurde 2007 umfangreiche bauge-schichtliche Untersuchungen durchgeführt und veröffentlicht. Die meisten Erkenntnisse zur Baugeschichte des Schlosses stammen aus der baugeschichtlichen Untersuchung. Sie sind als vorläufig zu betrachten, da das nicht erschlossene Archiv noch nicht ausgewertet ist.

Dem Archiv nach wurde 1703 begonnen, den Zwischenbau zu errichten. Der Zwischenbau wurde 1705 fertig gestellt, es handelt sich um einen Fachwerkbau. Der Zwischenbau wurde zu einem Zeitpunkt errichtet als der Vorgängerbau noch vorhanden war. Den Grund für die Er-bauung des neuen Schlosses kennen wir nicht. Das Archiv liefert hier keine Angaben. Auch können wir keine Information zur Planung des neuen Baus entnehmen. Initiatoren für den Bau des neuen Schlosses sind Georg Marschall von Ebneth zu Ebneth, Frensdorf und Weingarts-greuth und Dorothea Fridrica, Wolfskeelin von Reichenberg. Auffallend ist, dass die Ehefrau einen Großteil der Arbeiten beaufsichtigt und Verträge abschließt. Sie dürfte den Bau stark beeinflusst haben. Weiter finden sich vage Angaben zu einem Baumeister Utz, der vermutlich aus Ansbach stammte.
1705 müssen bereits die Bauarbeiten am eigentlichen Schloss begonnen haben. Das Schloss wurde aus massivem Sandsteinmauerwerk errichtet. Die Außenmauern sind im unteren Be-reich zweischalig aufgebaut. Die Sandsteine der Fassade sind exakt bearbeitet, die Lagerfugen sind durchgängig. Die Quadersteine wurden mit Hebezange versetzt.
Nach dem dendrochronologischen Gutachten stammen die Deckenbalken des Hauptbaues aus der in der Fällung im Winter 1706 1707. Wie in der Barockzeit üblich wurde es dann der Innenausbau begonnen. Das Innere des Gebäudes ist ein Fachwerkbau.
In einer weiteren Bauphase 1719 unter Christian Friedrich Marschall von Ebenth zu Ebneth wurde der Zwischenbau mit einer Sandsteinfassade verblendet. Der Innenausbau des Schlosses zieht sich bis 1793 in. 1793 erstellt der Bamberger Hofarchitekt Fink Pläne zum Küchenbau und weiteren Gebäuden.

Schlosskapelle
1745 wurde die Schlosskirche der Freiherrn von Seckendorff eingeweiht. Diese Schlosskapelle wurde wohl von Anfang an als Kirche der evangelisch-lutherischen Gemeinde genutzt und wurde bereits 1830 in dieser Funktion erweitert. Die Kirchengemeinde Weingartsgreuth hat sich um 1720 von der katholischen Kirchengemeinde Wachenroth abgelöst. 1745 konnte die Schloßkirche der Barone von Seckendorff eingeweiht werden. Unter demselben Dach befand sich die Wohnung für Pfarrer und Lehrer. Jetzt sind daraus Gemeinderäume ent-standen Von außen als Kirche kaum erkenntlich, da der Turm als ehemaliger Wehrturm des Schlosses gut 80 m östlich steht.
Die Kirche beinhaltet einen Kanzelaltar, ein im 17. Jahrhundert entstandenes Altarblatt in reichem Rokokorahmen für den Altaraufbau und Epitaphe des 18. Jahrhunderts.

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Reichmannsdorf

Der Ort wurde schon 1303 als Richalsdorf bezeichnet. Im Jahre 1689 erwarb Wolf Philipp von Schrottenberg das vollkommen ruinöse alte Schloss und 25 Jahre später wurde der Bau des heutigen Schlosses in Angriff genommen. Nach unterschiedlichen Grundherrschafts Verhältnissen kaufte Wilhelm Philipp von Schrottenberg gegen Ende des 17. Jahrhunderts einen großen Teil der Gemeindeflur und legte damit den Grundstock für seine Aufnahme in die fränkische Reichsritterschaft.
An der Stelle eines 1642 durch einen Brand vernichteten Truchsess-Schlosses erbaute Johann Dientzenhofer ab 1714 das neue Schloss. Ende 1715 stand bereits der Rohbau, 1719 war der Bau soweit fertig gestellt, doch erst 1730 war das Schloss sowohl außen als auch ihnen vollendet. Es wurde vermutlich zum Teil auf den Fundamenten des alten Tuchseßsen Schlosses errichtet. Noch während man mit dem Schlossbau beschäftigt war, begann man mit der Anla-ge der Gärten, die erst 1737 ihren Abschluss fanden.
Das Schloss ist eine Dreiflügelanlage über einem künstlich angelegten See, mit einer reich verzierten Schauseite, hohem, mansardenunterteiltem Dach und einem mächtigen Wappen-giebel.
Beeindruckender als der Außenbau ist das Innere des Schlosses, insbesondere das Treppenhaus, sowie drei Zimmer im Erdgeschoss und das Piano Nobile im 1. Stock mit drei Prunkräumen und dem so genannten Dido- Zimmer. Die übrigen Räume sind in ihrem Erscheinungsbild schlicht gehalten. Im Westflügel im Erdgeschoss war der Pferdestall untergebracht. Das Schloss wird noch von der Familie von Schrottenberg bewohnt.

Die Familie der Freiherrn von Schrottenberg stammt aus der Steiermark und dem Tirol. Im 17. Jahrhundert konnten sie in Franken durch Heirat Fuß fassen. Unter Wolf Philipp von Schrottenberg stieg die Familie in die höchsten Ämter im Hochstifts Bamberg auf. Wolf Philipp wurde 1709 aufgrund seiner Verdienste von Kaiser Joseph I in den Reichs- Freiherren Stand erhoben. Er gehörte zu den so genannten Baudirigierungsgöttern unter Lothar Franz von Schönborn.
Wolf Philipp 1640-1715 begann den Schlossbau, aber erst seine beiden Söhne Philipp Dietrich Franz 1675-1725 und Otto Philipp 1681-1738 sollte das Schloss vollenden. Nach dem Tode Wolf Philips 1715 führte zunächst Philipp Dietrich das Werk seines Vaters fort. Er starb bereits 1725 ohne das Schloss vollendet zu haben, kinderlos.
Otto Philipp hatte Karriere beim Militär gemacht. Bei der Belagerung von Landau 1702 wurde er am Arm schwer verwundet. Er musste deshalb um Entlassung nachsuchen. 1705 erhielt er von Fürstbischof Lothar Franz von Schönborn ein fränkisches Kreisregiment übertragen.
Nach dem kinderlosen Tod seines Bruders Philipp Dietrich erhielt Otto Philipp nicht nur den Genuss und die Verwaltung des Familiengüter, sondern es gingen auch die Schulden des Bruders in Höhe von 22.437 Gulden fränkisch auf ihn über. Außerdem verlangte die Witwe von Philipp Dietrich Franz die Erfüllung der im Testament festgesetzten Zuwendungen und suchte weitere Ansprüche aus dem Testament herzuleiten was zu kostspielige und langfristig Prozessen führte, die erst 1770 durch einen Vergleich ihr Ende finden sollten. Dadurch kam Otto Philipp zum Teil in finanzielle Bedrängnis.
Trotzdem war er ein baulustiger Herr. In den folgenden fünf Jahren nach dem Tode seines Bruders konnte er das Schloss außen und innen völlig fertig stellen und prachtvoll ausstatten. Er ließ weiter den Barockgarten des Schlosses anlegen, sowie einige Nebengebäude errichten. Einen Teil des Schlossgartens plante Küchel.
Otto Phillip starb 1738 im Alter von 57 Jahren. Er hinterließ eine große Schuldenlast, die erst die zweite Generation nach ihm, sein Enkel Franz Konrad 1755-1829, der immerhin noch Schulden in Höhe von fast 16.000 Gulden übernahm, abbaute.
Beeindruckend war die Führung durch die beiden Freiherrn von Schrottenberg( Senior und Junior), die auch in überzeugender Weise die Revitalisierung des Schlosses durch die Anlage eines Golfplatzes und die Verbindung mit einem Hotel darstellten. Es ist zu hoffen, dass da-durch der Erhalt des stolzen Schlosses  und die Wohlfahrt seiner Besitzer die nächsten Jahr-hunderte gesichert ist.

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Thüngfeld

Die Familie von Thüngfeld war ein altes fränkisches Adelsgeschlecht und wurde auch Thunfeld, Thünfeld geschrieben. Als Ahnherr gilt Hermann von Thüngfeld, der 1172 genannt wurde. Er war der Stammvater aller Linien. Als reichsfreies Adelsgeschlecht war die Familie im Ritterkanton Steigerwald organisiert.
Der Stammsitz derer von Thüngfeld in Thüngfeld, Bamberger Ministerialen, wird bereits 1154 erwähnt. Das Wasserschloss war die letzten Jahrzehnte sehr vernachlässigt und ruinös. Es war lange Zeit als Bauernhof verwendet worden. Die letzten Jahre wurden die Reste vorbildlich restauriert. Die Reste einer Ringburg sind noch zu erahnen.
Der Genealoge Johann Gottfried Biedermann hat im 18. Jahrhundert die Linien der Familie auf sechs Stammtafeln dargestellt. Auch wenn seine Ahnenreihen als unsicher gelten, stellt er dennoch eine wesentliche historische Quelle dar. Linien befanden sich zu Aschbach und Walsdorf (siehe auch Trabelsdorf) und zu Steinbach und Isenbach.
Konrad von Thunfeld ist einer der niederadeligen Unterstützer des Hans Böhm (Pauker von Niklashausen). Er wurde zuletzt vom Würzburger Bischof gefangen gesetzt und wurde erst wieder freigelassen, nachdem er seinen Besitz abgetreten und Urfehde geschworen hatte.

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Aschbach

Die erste urkundliche Erwähnung Aschbachs findet am 01. Mai 1136 statt, als die Witwe Gudrun Fuchs von Bimbach Aschbach eine Kapelle stiftete und eine Pfarre einrichtete. Mit dieser Urkunde wurde Aschbach auch aus der Mutterpfarrei Burghaslach ausgegliedert und zu einer eigenen Pfarrei erhoben. Die gestiftete Kapelle ist das heutige Prespyterium der evang-elischen Kirche, die 1736 das barocke Langhaus dazu bekam. Hier ist auch das Epitaph der Witwe anzusehen, sowie eine Nachschrift der in deutsch und lateinisch abgefassten Stiftungs-urkunde. Seit der Reformationszeit bis 1920, wurde die Kirche simultan genutzt. Zu diesem Zeitpunkt bauten die Katholiken eine eigene Kirche.

Schloss Aschbach
Durch Schloss und Garten führte uns der Herr Baron von Pölnititz, den wir dafür danken. Frau Baronin von Pölnitz zeigte aus ihrem Album Bilder zu Familiengeschichte und verdeutlichte die Schwierigkeiten beim Erhalt dieses vorbildlich sanierten Schlosses.

Das Archiv der Freiherrn von Pölnitz im Schloss Aschbach enthält die Amtsrechnungen ab 1674 in fast lückenloser Folge, ferner einige Akten und Pläne. Anhand dieser Unterlagen lässt sich die Geschichte des Schlossbaus und der Ausstattung weit gehend weit gehend klären.

Schon 1677 finden sich die ältesten Einträge über die Bauarbeiten. Unter Einbeziehung stehen gebliebener Fundamente und Mauern wurde das Schloss mit Hausteinen in einer ersten Bau-phase wieder errichtet als zweistöckiges Gebäude. Man errichtete damals auch die große steinerne Treppe am Hauptportal, über dem man ein Wappen anbrachte, das am 3. August 1679 mit vier Pferden aus Bamberg nach Aschbach gebracht wurde. Dort ist auch eine In-schrift enthalten, die auf den Neuerbauer des Schlosses hinweist:
„Dieses Schloss ist von Grund aus neu erbaut worden anno Christi 1649 durch den hoch wohl geborenen Herrn Hironymus Christoph, des Heiligen römischen Reiches Freiherr von Pölnitz, Herr zu Aschbach, Heyda und Hundshaupten, hochfürstlicher Bamberger und Würzburger Geheimer und Kriegsrat, Obermarschall, Obrist, Kommandant der Stadtfestung und Amt Forchheim wie auch Oberamtmann bei der Ämter Burgebrach und Schönbrunn.“

Schon 1681 wurde der große Nordflügel errichtet und dabei ein früheres Bauernhaus und eine Stallung mit einbezogen. Der Südteil des Schlosses wurde 1692mit dem neu erbauten Nordteil verbunden. Hinter dem Südflügel liegt ein kleiner, stimmungsvoller Innenhof. Dieser besteht im Untergeschoss aus einer offenen Halle mit Balkenstützen und Durchzügen. Als einziger Teil des Schlosses trägt dieser ein Mansardendach. Über der hinteren Einfahrt ist innen die Jahreszahl 1679 zu lesen.

Die Durchfahrt im mittleren Schlosshof führt in den Wirtschaftshof. Er wird begrenzt vom Nordflügel, der im Erdgeschoss den Pferdestall aufnahm, weiter ostwärts ein Stall in Fach-werkbauweise und einen zweistöckiges Bauernhaus, dann Wirtschaftsgebäude. Nahe der Durchfahrt steht ein runder Treppenturm, der teilweise verdeckt ist und wohl aus einem Vorgängerbau stammt.

Leider erhalten wir aus dem Archiv keinerlei Kenntnis des Architekten oder Entwerfers. Zu diskutieren ist Six Harra aus Forchheim und Andreas Kestler aus Zeil am Main, der den Alten Eberbacher Hof in Bamberg schuf und an der Pfarre- und Schlosskirche im Rotenhanschen Eyrichshof mit einem ansonsten unbekannten Baumeister Gerbich zusammenwirkte.

Bis 1680- 81 musste das Schloss im Wesentlichen fertig gestellt worden sein. In den folgenden Jahren lässt sich ein weiterer Innenausbau nachweisen. Am Ende des 17. Jahrhunderts war Schloss Aschbach bis auf den hinteren Hoftrakt vollendet. Von 1700-1712 erwähnen die Rechnungen keine Ausgaben. Die Anschaffung von Möbeln und Kunst Gegenständen be-zahlte der Herrschaft aus eigener Tasche. Diese sind in den Amtsrechnungen nicht erhalten.

Im Jahre 1714 ging man dann an die Verschönerung und an die Modernisierung. Zur Beratung für die Innenausstattung wurde der Jesuitenpater Nikolaus Loyson herangezogen, der das Bauwesen für den Kurfürsten Franz von Schönborn leitete und gerade in Pommersfelden tätig war. Der damalige Schlossherr, Marquard Karl Christoph Freiherr von Pölnitz hatte von 1727 bis 1724 das Amt des Ritterhauptmanns des Kanton "Gebürg" inne.
Unterhalb der Straße, die am Schloss vorbei führt, erstreckt sich am Hang der als Terrassen-garten angelegte Schlossgarten. Eine erste Erwähnung von Arbeiten an einem Garten in Aschbach erfolgt 1680. Maurermeister Six Harra aus Forchheim errichtete die neue Garten-mauer.
Die nächsten Bauarbeiten waren ein Sommerhaus auf der mittleren Terrasse. Ein Rechteckbau mit abgeschrägten Ecken, gebrochen Mansarddach und in der Mittelachse des Gartens liegend. 1746 wurde ein Glashaus errichtet. Ein neuer Springbrunnen 1747 im Garten aufgestellt. Ab 1749 ist ein Gärtner erwähnt mit 100 Gulden Jahresbesoldung.
Die Ausstattung des Schlossgartens mit Figuren begann im Jahre 1760. Weitere Bildhauerarbeiten wurden 1768 beschafft.
Ab 1760 muss der Aschbacher Schlossgarten mit Terrassen und Gartenpavillon, Brunnen und Figuren, Vogelhäusern und glasierten Kugeln ein prächtiges Bild geboten haben. Diese kunstvolle Anlage bedürftig ständiger und fachgerechter Pflege. Fast ein halbes Jahrhundert lang von 1778-1824 wirkte als herrschaftliche Gärtner hier Ignacius Spiewazeck.
Von der einstigen Pracht des Gartens zeugen heute nur noch Mauern, Treppen und Terrassen, ein Puto und ein wasserspeiender Delphin, eine schadhafte Sonnenuhr, ein Figurenpostament, einige Urnen und Fragmente von Skulpturen.
1976 wurde das Schloss von Grund auf restauriert. Noch heute leben in dem Schloss die Freiherren von Pölnitz.

Seinen Ursprung hatte die Adelsfamilie von Pöllnitz in den heutigen Ortschaften Ober-, Mittel-, Nieder-, Buch-, Stein-, Mühlenpöllnitz im Saale-Orla-Kreis in Thüringen. Der Stammsitz war wohl die einstige Wasserburg in Niederpöllnitz. Als erster Angehöriger erscheint 1238 Gotscalcus von Polnicz urkundlich. Mit dem 1456 urkundlich erwähnten Hans von Pollnitz auf Schwarzbach bei Triptis beginnt die Stammreihe des Geschlechts, das zur Fränkischen und Oberrheinischen Reichsritterschaft gehörte.

  • Sigmund Freiherr von Pölnitz (1901–1978), Domkapitular in Bamberg und Museumsdirektor
  • Götz Freiherr von Pölnitz (1906–1967), Archivar und Historiker, Administrator der Fürstlich und Gräflich Fuggerschen Stiftungen, Rektor der Universität Erlangen, Gründungsrektor der Universität Regensburg
  • Albrecht Freiherr von Pölnitz, Farmer in Tansania, Schriftsteller, Konsul a.D. (Johannesburg)
  • Gudila Freifrau von Pölnitz (1913–2002), Gutsbesitzerin, Denkmalschützerin, Mitglied des Bayerischen Landtages
  • Wolfgang Freiherr von Pölnitz (1921–2011), Dipl.Chem., Dr. med., Mitglied des Vorstands der Hoechst AG, Vorstandsvorsitzender der Eckes AG

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