Archäologischer Arbeitskreis

(6.) Arbeitstreffen 05. Dezember 2015

Liebe Mitglieder des Archäologischen Arbeitskreises,

hiermit möchte ich zum (6.) Arbeitstreffen des Archäologischen Arbeitskreises beim
HV Bamberg am
Samstag, 05. Dezember 2015, 09:00 Uhr – ca. 14:00 Uhr,
einladen.

Treffpunkt ist der Parkplatz am Stadtarchiv Bamberg (Untere Sandstr. 30a). Von dort aus können Fahrgemeinschaften zur Begehungsfläche gebildet werden. Unter Leitung von Dr. Obst (Bamberg) wird die Begehung einer möglichen Fundfläche vorgenommen, die allerdings erst kurzfristig ausgewählt werden kann; vermutlich wird es aber eine Fläche im Maintal zwischen Bamberg und Haßfurt sein. Erforderlich sind passendes Schuhwerk und geeignete Kleidung sowie eine Spachtel, Tüten, wasserfester Stift, falls vorhanden ein GPS-Gerät oder eine Smartphone-App (z.B. Locus), Brotzeit und heißes Getränk. Um planen zu können, wird um vorherige Anmeldung und Mitteilung gebeten, ob eine Mitfahrgelegenheit benötigt oder angeboten wird.

Da die Durchführung der Begehung wesentlich vom Wetter abhängig ist, findet sie bei Dauerregen oder Schnee nicht statt. Aktuelle Informationen können kurzfristig über mein Mobiltelefon (0174/53 76 727) erfragt werden.

Mit freundlichen Grüßen
Robert Zink



(4.) Arbeitstreffen 4. Juli 2015 in Bamberg

Liebe Mitglieder des Archäologischen Arbeitskreises,
hiermit lade ich ein zum (4.) Arbeitstreffen des Archäologischen Arbeitskreises beim HV Bamberg am
Samstag, 4. Juli 2015, 10 Uhr – ca. 13 Uhr,
in Bamberg, Untere Sandstr. 42 (Kesselhaus; Klinkergebäude).

Thematischer Schwerpunkt des Treffens soll die datenbankgestützte “Inventarisation” am Beispiel der Archäologischen Sammlungen des Historischen Vereins Bamberg sein. Fragen und Anregungen sind dabei herzlich willkommen. Die Präsentationen übernimmt Frau Dr. Cornelia Lohwasser (HV Bamberg). Parkmöglichkeiten bestehen Am Leinritt oder am Stadtarchiv Bamberg, Untere Sandstr. 30a.

Aufgrund des sehr beengten Raums im Depot kann nur eine begrenzte Zahl von Personen teilnehmen. Daher ist unbedingt eine vorherige Anmeldung und eine Bestätigung (in der Reihenfolge der Anmeldungen) erforderlich. Sollten mehr Anmeldungen eingehen als Plätze verfügbar sind, wollen wir wenig später einen weiteren Termin anbieten.

Die Anmeldung wird erbeten an: oder 0951/296127 (bitte geben Sie auch die Zahl der teilnehmenden Personen an). Die Antwort (Bestätigung oder Absage) erfolgt umgehend.

Robert Zink


3. Treffen des Archäologischen Arbeitskreises beim HV Bamberg, 7. März 2015 in Bamberg

Das Treffen des Archäologischen Arbeitskreises stand ganz unter dem Themenschwerpunkt Stadtarchäologie” am Beispiel Bambergs. Trotz weitgehender Schließung der Grabungsflächen sollte die Bedeutung der Archäologie für die Stadtgeschichtsforschung verdeutlicht werden.

Ausgehend vom ehemaligen Sandtor, dessen Position im Straßenbelag nachgebildet ist, und der den Sandbereich sperrenden Mauer, die bis zur Dombergmauer an den vorhandenen Gebäuden nachvollziehbar ist, zeigte der Bamberger Stadtarchäologe Stefan Pfaffenberger den Zusammenhang zwischen Grabungsergebnissen und Erkenntnis zur Stadtentwicklung auf. Mit Hilfe von Karten und Fotos war es ihm somit möglich, Ablauf und Ergebnis der Grabungen erkennbar zu machen.

An der zweiten Station, dem Domberg, wurden die seit den 1960er Jahren dort an verschiedenen Stellen durchgeführten Grabungen und ihre Aussagen über die Entwicklung dieses Bereiches angesprochen. Sowohl die frühmittelalterliche Befestigung der Burg Babenberg, die am Abgang zum Bach ergraben wurde, wie auch Position und Geschichte des gewesteten und doppelchörigen Heinrichsdoms mit Pfalz, Andreaskapelle und Thomaskapelle, wurden angesprochen und in ihrer Funktion erläutert. Dabei wurde auch deutlich, dass innerhalb dieses Burgareals zahlreiche Begräbnisstätten liegen, allerdings der genaue Umfang der Befestigung auf dem ca. 8 ha umfassenden Areal und die sonstige frühmittelalterliche Bebauung (auch
Steinhäuser) noch nicht erkennbar sind (z.B. Frage nach einer Vorburg gegen Westen). Durch die bis zu 6 m umfassende Abflachung des Dombergs im 18. Jahrhundert sind dort auch kaum mehr frühmittelalterliche Funde vorhanden. Funde aus dem Heinrichsdom, von dem aufstrebendes Mauerwerk noch vorhanden ist, befinden sich weitgehend unausgewertet beim HV und beim LAfD.

Ein Blick vom Rosengarten auf den Michelsberg gab die Möglichkeit, die dort ergrabenen vorklösterlichen Befestigungen zu erwähnen. Mit Burgen auf dem Michelsberg (max. 2 ha), dem Domberg und der Altenburg verfügte die Region im Frühmittelalter über eine massive Sicherung.

Der anschließende Gang über den Katzenberg (mit Erläuterung zu Handwerkern im Suburbium und zu anstehenden Grabungsergebnissen bei Vertiefung eines Kellers) führte in den Rückbereich des ehemaligen Dominikanerklosters. Dort kann anhand von Wandvertiefungen beobachtet werden, dass die Mauer der Klosterkirche die Mauern ehemaliger Bürgerhäuser (Fam. Goltsmit, 1400) nutzt. Funde zahlreicher Gräber und jüdischer Steintafeln innerhalb der Kirche lassen darüber hinaus erkennen, dass die Kirche ursprünglich anders genutzte Flächen einnahm bzw. als Bestattungsort städtischer Eliten genutzt wurde.
Grabungen auf der Insel der Stadt sind nur in wenigen Fällen durchgeführt worden, wenngleich man davon ausgeht, dass eine Besiedlung spätestens seit 1100 stattgefunden hat. Der Weg durch die Hasengasse (mit Resten der Stadtmauer im Uni-Gebäude) und entlang der auf der alten Stadtmauer aufsitzenden Rückseite der Jesuiten-Universität zum Maxplatz folgt der ersten Stadtbefestigung, die mit einer Datierung in die Zeit um 1200 tatsächlich älter ist als bisher vermutet.

Der Maxplatz – städtebaulich bis heute problematisch – ist trotz seiner zentralen Rolle in der Stadtentwicklung archäologisch schwierig einzuordnen, da er erst durch den Abbruch von (Alt-)St. Martin nach der Säkularisation entstand. Leider wurden beim Einbau der Tiefgarage keine entsprechenden Untersuchungen vorgenommen (der Fokus der Archäologie lag damals vorwiegend auf den Domgrabungen). Auch der erst vor wenigen Jahren erfolgte Umbau eines Gebäudes auf der Südseite ging ohne archäologische Begleitung vonstatten; dort allerdings sind massive, fensterlose Rückgebäude feststellbar gewesen, die auf ein Kaufmannslager hindeuten. Auch Baumaßnahmen im nördlichen Bereich (Englische Fräulein) ergaben kaum verwertbare Spuren.

Am Vorderen Graben konnte die 2. Befestigung der (Insel-)Stadt (15. Jh.) mit Graben und Mauer angesprochen werden. Die aufsitzenden Mauertürme sind ebenso wie die Grabenanlage noch in der vorhandenen Substanz erkennbar.

Ein kurzer Gang zur Kettenbrücke eröffnete den Blich über den rechten Regnitzarm. In diesem Bereich sind in den letzten Jahren Grabungen (u.a. Deutsches Haus) durchgeführt worden, die auf eine schon um 900 bestehende und umfassende Besiedlung an einer wichtigen Handelsstraße (Forchheim – Hallstadt) hindeuten. Ob und wie eine Verbindung zur Insel bestand (Furt, Seesbrücke ab 1314) ist ungewiss. Allerdings sind im Rückbereich (zum rechten Regnitzarm zu) auch dort Lagerhäuser nachgewiesen, die auf eine kaufmännische Nutzung hindeuten.

Der anschließende Weg über die Promenade (mit Abraum des Dombergs verfüllter Stadtgraben) zur Gaststätte Tambosi (Gebäudefront entspricht der Stadtbefestigung des 15. Jh.) schloss den Kreis.

Robert Zink


Einrichtung eines “Archäologischen Arbeitskreises”

Die “Bodendenkmalpflege”, wie die Archäologie heutzutage meist genannt wird, hat in den letzten Jahren einen erheblichen Wandel erlebt: der Professionalisierung, sichtbar z.B. in qualitativ hochstehenden Mustergrabungen und der Gründung zahlreicher Grabungsfirmen, steht die zunehmende Ausdehnung von Baugebieten und Verkehrsflächen als Engpässen im archäologischen “Alltag” gegenüber, weil für die Feldarbeit und erste Beurteilung solcher potentieller archäologischer Fund- oder Siedlungsorte immer seltener auf die unverzichtbare Mithilfe ehrenamtlicher “Hobby-Archäologen” gezählt werden kann. Diese Entwicklung bedroht die Erweiterung und Intensivierung unseres Wissens über die (Vor- und Früh-)Ge­schichte der eigenen Region.

Schon seit seiner Gründung 1830 hat sich der Historische Verein Bamberg immer auch der Bodendenkmäler angenommen, indem er “archäologische Fundgegenstände” in einer eigenen Sammlung verwahrte, sie pflegte und der Öffentlichkeit und der Wissenschaft zu Forschungen zugänglich machte. Zahlreiche Veröffentlichungen oder auch einschlägige Vorträge und Exkursionen wurden angeboten und zeitweise wurden sogar eigene Grabungen durchgeführt (z.B. in der Jungfernhöhle bei Tiefenellern). Erst jüngst wurde durch Frau Dr. Lohwasser die Vor- und Frühgeschichtliche Sammlung inventarisiert und in einer Datenbank erfasst.

In Fortsetzung früherer Aktivitäten hat sich der HV nun entschlossen, die schwierige Lage im Bereich der Bodendenkmalpflege dadurch zu unterstützen, dass er für interessierte Mitglieder und Freunde des Hostorischen Vereins die Möglichkeit zum “Einstieg” in die archäologische Feldforschung durch die Gründung eines “Archäologischen Arbeitskreises” erleichtert und gleichzeitig bereits aktiven ehrenamtlich tätigen Archäologen einen Kreis zur Diskussion und zum Austausch von Erfahrungen bietet.

Ein erstes Treffen für alle Interessierten findet am Freitag, 23. Mai 2014, 19 Uhr, im Stadtarchiv Bamberg (Untere Sandstr. 30a; ehem. “Chirurgie”) statt. Zur Teilnahme sind alle HV-Mitglieder, die an der archäologischen Feldarbeit und am Umgang mit vor- und frühgeschichtlichen Funden Interesse haben, herzlichst eingeladen; auch Gäste sind jederzeit willkommen.