Veranstaltungshinweise


Gehobene Schätze

Illuminierte Handschriften des 13. und 14. Jahrhunderts der Staatsbibliothek Bamberg
25. April bis 30. Juli 2016


Die Staatsbibliothek Bamberg zeigt vom 25. April bis 30. Juli 2016 Hauptwerke der Buchmalerei aus gotischer Zeit. Anlass ist das Erscheinen des kunsthistorischen Bestandskataloges ihrer illuminierten Handschriften aus dem 13. und 14. Jahrhundert. Berühmte Spitzenstücke dieser Ausstellung sind der goldglänzende Bamberger Psalter, eine der schönsten süddeutschen Handschriften dieser Zeit, und die wohl aus Südfrankreich stammende Bamberger Motettenhandschrift, eine der wichtigsten Quellen für die Musik des 13. Jahrhunderts.

Unter den Exponaten befinden sich auch der sog. ältere Bamberg Psalter mit seinen hervorragenden Miniaturen sowie eine wohl in Bamberg illustrierte Rechtshandschrift des 13. Jahrhunderts, die dokumentiert, auf welch hohem Niveau sich das Jurastudium dieser Zeit im „fränkischen Rom“ bewegte. Gezeigt werden ferner Bibelhandschriften aus Franken sowie ein Nürnberger Heiligenleben mit seltenen Bildzyklen zur Vita des hl. Franziskus und der hl. Maria Magdalena.

Daneben besitzt die Staatsbibliothek Bamberg eine Fülle von französischen und italienischen Handschriften, deren malerische Ausstattung vielfach höchste Qualität aufweist. Ihre kunsthistorische Bedeutung wurde erst mit der aktuellen Katalogisierung aufgedeckt und angemessen gewürdigt. Es handelt sich bei ihnen also gleichsam um gehobene Schätze im doppelten Wortsinne.

Diese Bücher zeugen von der internationalen Vernetzung der Domstadt zu einer Zeit, als die wichtigsten Universitätsstädte Paris, Montpellier, Bologna und Padua hießen. Aus diesen führenden Wissenschaftsorten stammt die Mehrzahl der illuminierten Handschriften des 13. bis 14. Jahrhunderts in der Staatsbibliothek Bamberg. Zumeist handelt es sich um Bücher zum Kirchenrecht. Eine in Nordfrankreich entstandene Rechtshandschrift gehört zu den schönsten Handschriften des beginnenden 14. Jahrhunderts überhaupt. Eine medizinische Handschrift aus Südfrankreich stellt das wenig Vertrauen erweckende chirurgische Besteck dieser Zeit vor.

Eröffnung

Sonntag, 24. April 2016, 11.00 Uhr im Lesesaal der Staatsbibliothek Bamberg
Dr. Karl-Georg Pfändtner (München) und Dr. Stefanie Westphal (Stuttgart), die beiden Autoren des Kataloges, führen in die Thematik von Buch und Ausstellung ein.

Ort

Staatsbibliothek Bamberg in der Neuen Residenz, Domplatz 8, 96049 Bamberg

Dauer

25. April bis 30. Juli 2016

Kuratoren

Dr. Karl-Georg Pfändtner (München) und Dr. Stefanie Westphal (Stuttgart)

Öffnungszeiten

Mo – Fr 9.00 – 17.00 Uhr
Sa 9.00 – 12.00 Uhr
Geschlossen an Christi Himmelfahrt (5. Mai), Pfingstmontag (16. Mai) sowie Fronleichnam (26. Mai)

Eintritt

frei

Sonderöffnung zum Internationalen Museumstag 2016

Sonntag, 22. Mai 2016, 9.00 – 18.00 Uhr, mit Rahmenprogramm

Begleitvortrag

Dr. Stefanie Westphal (Stuttgart): Bücher für Bamberg. Bamberger Handschriftenimporte und die Umsetzung regionaler und überregionaler Einflüsse in der Bamberger Buchmalerei des 13. Jahrhunderts.
Donnerstag, 2. Juni 2016, 19.00 Uhr, im Lesesaal. Keine Anmeldung erforderlich, kostenfrei.

Öffentliche Führungen

Jeden Mittwoch, 17.00 Uhr. Keine Anmeldung erforderlich, kostenfrei.

Führungen für Gruppen (max. 20 Teilnehmer)

Möglich zu folgenden Zeiten: Mo – Fr, 9.00 – 17.00 Uhr. Anmeldung unter Tel. 0951 / 9 55 03 – 0.

Förderer

Das Erschließungsprojekt wurde gefördert von der Deutschen Forschungsgemeinschaft, die Publikation des Bestandskataloges von der Oberfrankenstiftung.

Zweibändiger Katalog

Die Handschriften des 13. und 14. Jahrhunderts der Staatsbibliothek Bamberg. Mit Nachträgen von Handschriften und Fragmenten des 10. bis 12. Jahrhunderts. Text- und Tafelteil. Beschrieben von Karl-Georg Pfändtner und Stefanie Westphal. Mit einem Beitrag von Gude Suckale-Redlefsen. (Katalog der illuminierten Handschriften der Staatsbibliothek Bamberg 3, 1–2). Wiesbaden: Harrassowitz Verlag 2015. ISBN: 978-3-447-10466-1. € 248,00.

https://www.staatsbibliothek-bamberg.de/ausstellungen